Neue Online-Reihe: Integrata Akademie Public

Am 01. Oktober 2021, dem Welttag der Stiftungen, startet die Integrata Akademie ihre neue Reihe „Integrata Akademie Public.“

Los geht es von 18:00 – 19:00 Uhr mit einem Impulsvortrag und anschließender Diskussion zum Thema „Bewusstsein von Maschinen: Was Menschen glauben und was Maschinen tun“. Referent ist Prof. Dr. Karsten Wendland.

Die weiteren Veranstaltungen finden ab Montag, 4. Oktober 2021, im Rhythmus von zwei Wochen, jeweils zwischen 18:00 und 19:00 Uhr, online statt. 

Die Teilnahme ist kostenlos. Um unsere Seminare bedarfsgerecht weiterentwickeln zu können, bitten wir Sie, im Anschluss an die jeweilige  Sitzung einen Feedbackbogen auszufüllen, in dem Sie uns anonym Ihre Interessen aufzeigen.

Gegenstand und Ziel

Mit ihrer neuen Reihe wendet sich die Integrata Stiftung mit einem kostenlosen Online-Veranstaltungsprogramm an die breite Öffentlichkeit, um die gesellschaftliche Debatte darüber, was eine KI können – und was sie dürfen soll, wer dabei welche Grenzen festlegt und wie wir sie den Maschinen beibringen können, anzustoßen. In regelmäßigen Abständen geben hier stiftungsinterne und -externe Experten eine Einführung in aktuelle Entwicklungen und damit verbundene Fragestellungen. Ziel ist, ein öffentliches Bewusstsein für ethische und gesellschaftliche Herausforderungen zu schaffen, aber auch potentielle Lösungsansätze aufzuzeigen. 

Zielgruppe

Alle, die Interesse an den jeweiligen Themen haben.

Ablauf

Die Lektionen werden  bei mindestens 2 Anmeldungen durchgeführt. Als Webinar-Tool kommt Zoom zum Einsatz. Die TeilnehmerInnen bekommen bei ihrer Anmeldung den Link und eine kurze Einführung in Zoom zugeschickt.

Eine Programmübersicht zum Herunterladen finden Sie demnächst auf dieser Seite.

Vorläufiges Programm

01. Oktober 2021: 

Eröffnungs-Veranstaltung: „Bewusstsein von Maschinen: Was Menschen glauben und was Maschinen tun.“ Referent: Prof. Dr. Karsten Wendland.

4. Oktober 2021:

„Philosophie wird mit KI digital“. Referent: Prof. Dr. Klaus-Jürgen Grün.

18. Oktober 2021:

„Digitale Ethik für KI“. Referent: Prof. Dr. Klaus-Jürgen Grün.

01. November 2021:

„Wertung der Werte durch KI“. Referent: Prof. Dr. Klaus-Jürgen Grün.

15. November 2021:

„Was hat Evolution mit Werten und Wünschen zu tun?“. Referent: Michael Mörike.

29. November 2021:

„Kann man Moral in Maschinen einbauen?“. Referent: Michael Mörike.

13. Dezember 2021:

„Wie Ethik bei Entwicklung und Einsatz von KI berücksichtigen?“. Referent: Michael Mörike.

Die Online-Reihe im Überblick

Mehr über den Vortrag von Prof. Dr. Karsten Wendland erfahren Sie in Kürze hier.

Sprache ist ein digitales Medium. Sie baut sich in unserer Kultur auf dem 26-bit-Code des lateinischen Alphabets auf. Bezeichnend für digitale Muster ist, dass wir von der Codierung nicht auf die Bedeutung schließen können. Beispielsweise sieht der Satz: „Der Gospat dispimmt den Doschen“, wie ein normaler Satz aus. Ob er etwas bedeutet, können wir an der Codierung nicht erkennen. Auch können wir nicht wissen, welche Bedeutung Menschen dort hineinlegen und wie sie damit arbeiten können.

Unsere Einführung in die Philosophie wird zeigen, wie verschiedentlich Philosophen damit umgehen, dass Sprache nur Sprache ist und nicht ein Transportmittel für beobachterunabhängige Wahrheiten. Wir beginnen anhand der Arbeitsweise von KI die Eigendynamik des Aufbaus von philosophischem Wissen neu zu verstehen.

 

Die neue Sachlichkeit der Ethik in der KI

Wir können Ethik als eine kritische Theorie unserer moralischen Selbstverständlichkeiten ansehen. Moral benötigen Menschen, um sich schnell auf handlungsleitende Werte zu einigen und sich dadurch in der sozialen Gemeinschaft zu orientieren. Unbemannte Drohnen beispielsweise können einer moralischen Bewertung unterliegen, aber auch einer sachlichen. Moralische Argumente könnten sich darauf berufen, wie leicht das Töten von Menschen durch intelligente Kampfflugzeuge wird, und ein Verbot der Entwicklung solcher Drohnen fordern. Sachliche Argumente könnten sich darauf berufen, dass es beispielsweise in Afghanistan gelungen sei, mit Hilfe unbemannter Drohnen, Suizidattentate auf Ausreisewillige zu verhindern. Die Kommunikation über Ethik und Moral überlagert stets eine sachliche Argumentation. Durch KI werden wir darauf aufmerksam, dass Ethik und Moral eine Eigenschaft von Menschen ist, die Systeme der KI nicht benötigen. So werden wir durch KI auf zahlreiche Paradoxien unserer Ethiken und Moralen aufmerksam. Sie stellt uns vor die Frage, ob jede Verkörperung von Intelligenz Moral benötigt, um handlungsrelevante Entscheidungen zu treffen. Im Kurs werden wir uns vor allem der Unterscheidung zwischen utilitaristischer und deomtologischer Ethik widmen.

Was für den Zusammenhang zwischen Ethik und KI gilt, wird in diesem Kolleg auf das System der Werte angewandt. Was wir in einem Lexikon der Werte aufgeführt finden, erweist sich vor dem Hintergrund der Intelligenzverkörperung in Maschinen als bloße Interessen und Erwartungen, die Menschen gegenüber Menschen pflegen. Dass Maschinen „Achtung“ gegenüber anderen Maschinen oder Menschen aufbringen „sollen“, erweist sich als eine periphere Fragestellung. Werte haben keinen Wert (keine Bedeutung) an sich, sondern nur für den Menschen. Welche Werte einer Maschine einprogrammiert werden, hängt davon ab, welche Werte der Programmierer hat.

Mit der evolutionären Entwicklung von uns Menschen haben sich auch unsere Wünsche entwickelt. Wie sie unsere Werte bestimmen, wird in unserem Gehirn entschieden – nicht hierarchisch, sondern vernetzt. Wer Maschinen die Beachtung unserer Werte einbauen will, muss das berücksichtigen.

Autonome Roboter müssen im Umgang mit uns Menschen unsere Werte beachten, die an die Objekte unseres alltäglichen Lebens gebunden / „angeheftet“ sind. Die Roboter müssen sie beachten und aus ihrer Ontologie abrufen können, wenn sie bei ihren autonomen Tätigkeiten solche Objekte erkennen.

Alle Firmen, die ihr Image positiv gestalten möchten, verordnen sich Leitlinien im Umgang mit KI. Wer seine Leitlinien ernst nimmt, muss sie innerbetrieblich auch durchsetzen. Das bedeutet auch, dass die Leitlinien dann auch z.B.  in der Architektur der entwickelten KI berücksichtigt werden müssen.

Referenten

Prof. Dr. Klaus-Jürgen Grün
Apl. Prof. für Philosophie, Goethe-Universität, Frankfurt/Main;

Mehr erfahren

Dipl. Phys. Michael Mörike
Vorstand Integrata Stiftung

Mehr erfahren

Weitere Referenten finden Sie demnächst hier.

Anmeldung

Organisatorisches

Termine

Eröffnungsveranstaltung am 01. 10. 2021, 18:00 Uhr – 19:00 Uhr.

Ab dem 04.10.2021 in zweiwöchentlichem Abstand, jeweils von 18:00 – 19.00 Uhr.

Teilnehmerzahl

Mindestens zwei, maximal zwölf TeilnehmerInnen

Preise

Die Reihe „Integrata Akademie Public“ ist kostenfrei.

Kontakt

Georg Ludwig Verhoeven
Projektleiter
Mail: akademie@integrata-stiftung.de